Schwerpunkt Flüchtlinge: Leidende Flüchtlinge ein Problem?

Gar ein Drama oder eine Tragödie? Hell no! Nicht mal, wenn sie qualvoll ertrinken. Flüchtlingsdrama, wenn ich das schon höre! Wie kann etwas dramatisch sein, das systemimmanent ist? Eben.

Die Wahrheit ist: Es muss sie geben, diese leidenden, hungernden, ertrinkenden oder sonst wie qualvoll verreckenden Menschen.
Es hat sie schon immer gegeben, es gibt sie jetzt und es wird sie auch in Zukunft geben. Schon mal was von Sklaven gehört? Von Leibeigenen?
So funktioniert das System. “Das System”, das ist so ein Begriff, für den man schnell als Verschwörungstheoretiker abgestempelt wird. Gemeint ist der systematische, immerwährende Kampf von Reich gegen Arm.

Wir sind gerade an einem Punkt, an dem viele der ärmsten Menschen der Welt so weit sind, dass sie lieber einen qualvollen Tod ihrer selbst und ihrer Kinder hinnehmen, als zuhause zu bleiben. Warum tun sie das? Weil sie lieber alles auf eine Karte setzen, als mit Gewissheit dahinzusiechen und ihre Kinder im Elend aufwachsen zu sehen.

Das muss uns jedoch egal sein und das ist es auch!
Diese Menschen sind schließlich das Fundament unseres Wohlstands. Wenn wir so weiterleben wollen, wie bisher, dann müssen die auch so weiterleben, wie bisher.

Und deshalb ist es auch gut und richtig, möglichst hohe Zäune um Europa zu bauen. Wir befinden uns schließlich im Krieg. Diese armen Menschen, die da zu uns kommen wollen, machen uns unseren Wohlstand streitig – und ihre Armut kotzt uns an. Es gibt zwei Möglichkeiten, von denen jedoch nur eine eine Alternative ist.
1. Wir lassen alle Flüchtlinge rein und kümmern uns um sie.
2. Wir lassen nur die Flüchtlinge rein, die uns nützen.

Variante 1 würde bedeuten, dass wir unseren Wohlstand teilten.
Wir schaffen es nicht, den Wohlstand Deutschlands vernünftig, gerecht oder wie auch immer man es nennen will, zu verteilen.
Wir schaffen es nicht, den Wohlstand Europas vernünftig, gerecht oder wie auch immer man es nennen will, zu verteilen.
Was zur Hölle sollte uns dazu bewegen, den Wohlstand des Westens mit dem Rest der Welt zu teilen?
Somit kommt selbstverständlich nur Variante 2 für uns in Frage.  Natürlich sind wir nicht so ehrlich, dass offen als unser Leitbild auszurufen.
Was wäre das auch für ein Bild: Angela Merkel mit ihrem Busenkumpel Sigmar – formerly known as Sozialdemokrat – Gabriel stellt sich vor den Reichstag und sagt:

”Liebe Bürgerinnen und Bürger,

es sind schlimme Zeiten, in denen wir leben.
Wir fleißigen Deutschen – also hauptsächlich der Mindestlohnsektor, auf den wir alle so gern herabschauen…hehe – erwirtschaften Wachstum um Wachstum, während der Großteil der Ausländer nichts besseres zu tun hat, als vor von uns angezettelten Kriegen zu fliehen*.
Tourismus als Dauerzustand? Das können, wollen und werden wir nicht zulassen!
Diese Wohlstandstouristen wollen euch euer Eigenheim wegnehmen. Euer hart erarbeitetes und wohlverdientes zweites Auto! Und – sie sagen es zwar nicht – , aber sie wollen auch eure Frauen vergewaltigen…da bin ich mir ziemlich sicher!
Ihr müsst euren Wohlstand, eure Habe, eure Familie, ja euer Leben verteidigen.
Mit allem, was ihr habt!
Meine – Entschuldigung Siggi – unsere Regierung sieht sich als euer Diener und will euch bei der Verteidigung eures Wohlstands helfen.
Um euch möglichst gut unterstützen zu können, müssen wir aber – so schwer es uns fällt –, folgende Maßnahmen ergreifen:
1. Wir müssen euch möglichst umfassend überwachen
– Reiseziele, Reisepläne, politische Meinung, Gehalt, Anzahl und Fabrikat eurer Automobile
2. Das Schengenabkommen ist leider Geschichte
– Freizügigkeit wird es nicht mehr geben, Grenzkontrollen werden wieder Standard
3. Die/Der Zweitgeborene wird ab dem 14. Lebensjahr zur Verteidigung der europäischen Grenzen eingezogen
– die Studiengebühren hättet ihr euch sowieso nicht mehr leisten können…hehe
 
Diese Maßnahmen mögen zunächst hart erscheinen, ich möchte euch aber daran erinnern, dass nichts geringeres als eure nackte Existenz auf dem Spiel steht: Der Afrik…sorry…NEGER steht schon vor der Tür!!!!!!!!!”

Ich verwette meinen unrasierten Arsch darauf, dass Angela Merkel mit dieser Wahlkampfrede 2017 die absolute Mehrheit bekäme.

 

Anderes Thema: Schleuser.
Ich verstehe nicht, warum (Flüchtlings-)Schleuser und ihre Banden so verteufelt werden.
Sind das nicht genau die hochqualifizierten Kräfte, die man in Deutschland so dringend benötigt?
Doch, ich denke schon. Sie müssten hierzulande eigentlich gleich im oberen Management von Siemens oder der Deutschen Bank einsteigen können. Falls da gerade nichts frei ist, gehen sie halt erst mal ein, zwei Jahre in die Politik und wechseln dann zu ihrem Wunscharbeitgeber: Karriere Made in Germany eben.

Zum Abschluss dieses launigen Artikels lasse ich noch ein wenig die Gedanken schweifen, inspiriert vom deutschen Qualitätsfernsehen.

Ich meine, der durchschnittliche Deutsche…ups, ein Pleonasmus…also: der Deutsche muss ja dermaßen froh sein, dass Deutschsein nicht mittlerweile auch ein Castingthema geworden ist. Man stelle sich das vor:
Flüchtlinge, Arbeitslose, Schwule und anderweitig Behinderte kämpfen in (Casting)Shows gegeneinander, um einen Platz im Team Deutschland zu ergattern.
Da wäre wirklich alles dabei:
– Grenzzaunhochsprung
– an Seilen drapierte Querschnittsgelähmte, die sich den Werbepartnern möglichst elegant
   präsentieren
– Stammtischdebatten zwischen gerade angekommenen – also tropfnassen – Flüchtlingen, geistig Behinderten und Hartz IV-Empfängern. Der deutsche Michel sieht zwar keinen Unterschied, weil sie alle seinen persönlichen Wohlstand bedrohen, fühlt sich aber dennoch emotional zu einer Kandidatin/einem Kandidaten hingezogen – wahrscheinlich ist es die siebzehnjährige Mutter dreier Kinder, die im Flüchtlingsdress einfach hinreißend aussieht.

 

* Dieser Satz ist natürlich viel zu kompliziert, um als halbwegs realistisch durchgehen zu können.

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Schwerpunkt Flüchtlinge: Flüchtlinge als Bereicherung?

Oh ja, absolut! Es kommt nur auf die Perspektive an.

Die offiziell 2,7 Millionen Arbeitslosen – die echte Zahl ist weitaus höher! – dürften es schwierig finden, in Flüchtlingen etwas anderes zu sehen als Konkurrenz.
Man spricht davon, wie wichtig Zuwanderung von qualifizierten Ausländern für Deutschland ist, während Millionen von Arbeitslosen nicht nur keine Arbeit, sondern nicht einmal eine Perspektive auf Arbeit haben? Was passiert denn hier? Alle Arbeitslosen bekommen mit dem Vorschlaghammer…nun…eingehämmert, dass man sie für immer abgeschrieben hat und nebenbei teilt man ihnen mit, dass sie ausnahmslos alle unqualifiziert sind? Ja, und das ist gut so. Warum, das werden wir noch sehen.

Auch auf die 8 Millionen Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten, übt die Aussicht auf dauerhaft in Deutschland verbleibende Flüchtlinge in erster Linie Druck aus. Dieser Druck wird nicht nur ein gefühlter sein, sondern ein tatsächlicher, denn in Zukunft werden noch mehr Menschen da sein, die jeden noch so miesen Mindestlohnjob mit Kusshand annehmen.
Die Gründung eines Betriebsrats anstreben? Streiken? Die Deutsche Post hat eindrucksvoll gezeigt, wie man mit “gut ausgebildeten, motivierten Kräften” aus dem Ausland gewerkschaftliche Forderungen in den Staub tritt. Tarifverträge und Lohnerhöhungen rücken in unerreichbare Sphären.

Und aus diesen Überlegungen geht auch hervor, für wen Flüchtlinge eine Bereicherung sein werden: Die Arbeitgeber.
Sie können ihre Angestellten damit noch weiter unterjochen. Mehr unbezahlte Überstunden, weitere Auflösung der Tarifbindung, generell noch weniger Druck bezüglich irgendwelcher Zugeständnisse an die Arbeitnehmer. Und das Schöne an der ganzen Sache ist ja, dass man die hochqualifizierten Zuwanderer gleichzeitig genauso unter Druck setzen kann.
”Ist ja schön, dass Sie in ihrer Heimat Jurist/Arzt/Ingenieur – bzw. das, was man in ihrer Heimat dafür hält – waren. Hier bei uns, im alles überragenden Deutschland, haben wir aber andere Ansprüche und Standards. Wir bieten Ihnen gerne einen Job an, allerdings werden Sie bezüglich Ihres Gehalts einige Abstriche in Kauf nehmen müssen.”

Demokratie?

Alle betonen die Wichtigkeit von Wahlen und behaupten, man sei nur dann ein guter Bürger, wenn man wählen geht.

Dabei beweist Harald Range gerade, wie sehr wir von einer Demokratie entfernt sind:
Journalisten, die beweisen, dass ihre Regierung ihnen und all ihren Mitbürgern grundlos misstraut und nachspioniert, werden zu Landesverrätern.
In Deutschland.

Nicht in der Türkei.
Nicht in Russland.
Nicht in China.
Nicht in Afghanistan.
Nicht im Irak.
Nicht im Iran.
Nicht in Saudi Arabien.

In Deutschland.
Dem momentan mächtigsten Land in Europa.

 

PS: Ich selbst kann es mir leider nicht leisten, wenn aber jemand von euch Lesern den einen oder anderen Cent übrig hat, spendet ihn bitte netzpolitik.org, sie werden in naher Zukunft womöglich einen überdurchschnittlich guten Anwalt benötigen. Danke.