RTL hat Humor

Folgenden Spot habe ich bei RTL gesehen:

Man entschuldige die schlechte Qualität: Habe den Spot per (mieser) Webcam vom Fernseher abgefilmt.

Besonders interessant an dem Spot finde ich diese Passage:
“Im 19. Jahrhundert eroberte die Idee der Steuerfreiheit das Land und lockte die Reichen der Welt.”

Interessant wird die Passage vor allem durch den Gastauftritt von Nico Rosberg am Ende des Spots.
Nico Rosberg wird dem Pöbel als deutscher Fahrer angedreht, den es zu bejubeln und durch Merchandising zu unterstützen gilt.
Dass der Kerl seine Millionen nicht in Deutschland versteuert – sondern in Monaco –, gleichzeitig aber für Deutschland fährt, wird unter den Teppich gekehrt.

Womit wir nebenbei wohl ein gutes Beispiel für ‘Ironie’ gefunden haben…Immerhin.

 

Quelle:
RTL

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Champions League-Finale 2014: Real Madrid – Atletico Madrid

Sachen gibts!

In der Saison 2013/2014 kommen Real Madrid und Atletico Madrid ins Finale der UEFA Champions League.

Madrid ist die Hauptstadt Spaniens.

Ende 2013/Anfang 2014 – also in der gleichen Saison – verlässt Spanien den Euro-Rettungsschirm.

Wie ist es möglich, dass die Hauptstadt eines Landes, das unter den Rettungsschirm schlüpft, beide Finalisten der UEFA Champions League stellt?

Borussia Dortmund – ECHTE LIEBE!

Borussia Dortmund hat sich in den vergangenen Jahren eindrucksvoll entwickelt:
2011 – Meister
2012 – Double-Sieger
2013 – Vize-Meister + Champions League-Finalist
2014 – Vize-Meister + Pokal-Finalist
Diese sportlichen Erfolge schlugen sich auch wirtschaftlich nieder. Im November 2013 meldete man einen Rekordgewinn von 53 Millionen Euro.

Die Verantwortlichen der neuen Premium-Marke Borussia Dortmund sind kontinuierlich bemüht, das Image des “Malocher-Vereins” aufrecht zu erhalten. Man versucht, nicht nur die sportliche und wirtschaftliche Alternative zum versnobten FC Bayern München zu sein, sondern auch der emotionale und philosophische Gegenentwurf.
Beispiele:
– das Motto “Echte Liebe”
– der authentisch-emotionale Trainer Jürgen Klopp, Spitzname “Kloppo”
– “Pöhler”-Merchandising-Artikel

Dass die BVB-Fans für ihren Verein echte Liebe empfinden, belegen unter anderem die alljährlichen Dauerkarten- und Zuschauerschnitt-Rekorde.
Doch wie ist es um die echte Liebe des Konzerns…öhm…Vereins zu seinen Fans bestellt?
Den oben genannten, alljährlichen Rekorden stehen alljährliche Preiserhöhungen entgegen – Quellen siehe unten.
Langjährige Dauerkarten-Inhaber müssen entweder der Presse oder den Bonzen weichen.
Das passt natürlich super zum “Malocher-Verein” Zwinkerndes Smiley
Hier ein Zitat der Redaktion des Fan-Forums schwatzgelb.de zur Dauerkarten-Preiserhöhung 2012/2013: “Wir Fans zahlen mittlerweile Beträge für den Stadionbesuch, die die untersten Einkommensschichten langsam aber sicher aus den Stadien drängen.”
Tja, schade für die armen Schweine, aber hey: Wollen wir Stadien voller echter Fans oder wollen wir Stadien voller zahlungskräftiger Investoren?
Die Antwort ist klar.

Wie so oft im Leben handelt es sich in diesem Fall also um eine einseitige Liebe. Der BVB ist in den letzten Jahren zu einer Marke geworden und hat nichts mehr mit einem Fußball-Verein zu tun. Vor allem ist der heutige BVB kein Arbeiter-Verein. Zwar tragen die Verantwortlichen in den Medien Schein-Kämpfe mit anderen Vereinen aus, doch tun sie das nicht aus Überzeugung, sondern um der Marke BVB gerecht zu werden. Nach den entsprechenden Interviews treffen sie sich mit anderen Vereinsbossen zum Essen.
Um es ganz klar zu sagen: Der heutige BVB ist nichts anderes als ein Möchtegern-FCB oder ein Möchtegern-Real.
Wer etwas anderes glaubt, ist verliebt…in einen Konzern.

Zum Abschluss ein Zitat von gibmich-diekirsche.de:

“Westtribüne: Seit Anschaffung in der Saison 1992/93 bis heute um 284,47% im Wert gestiegen. Allein die Erhöhungen der letzten Jahre: 2009/10: 14,90% und 2011/12: 11,20% sind mit „Inflationsausgleich“ allein schon nicht mehr zu argumentieren!”

 

 

Quellen:
gibmich-diekirsche.de: Pecunia non olet
derwesten.de: Borussia Dortmund macht Rekordgewinn und zahlt Dividende
ruhrnachrichten.de: BVB-Dauerkartenpreise in der Diskussion
derwesten.de: BVB bleibt Dauerkarten-Meister der Bundesliga – Schalke vor Bayern
de.wikipedia.org: Borussia Dortmund Zuschauerschnitt
ruhrnachrichten.de: BVB-Dauerkartenpreise in der Diskussion
ruhrnachrichten.de: BVB kündigt Dauerkarten – Fans bitter enttäuscht

Fußball-Lexikon: “Den nächsten Schritt machen”

“Den nächsten Schritt machen”, das ist einer dieser Sätze, die ein Profi-Fußballer heutzutage drauf haben muss. Der Satz soll suggerieren, dass man wechselt, weil man nur beim neuen Verein die nächste Leistungsstufe erreichen kann. Würde man nur auf das Herz hören, würde man natürlich beim jetzigen Verein bleiben, aber man ist ja leider gezwungen, immer mehr zu erreichen (= $$$!).

“Den nächsten Schritt machen”, das bedeutet, mehr Spiele auf höchstem Niveau zu absolvieren und am Ende mehr Titel zu gewinnen.

Es folgt ein praktisches Beispiel.
Mario Götze gewann in der Saison 2011/2012 mit Borussia Dortmund die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal.
Nach der Saison 2012/2013 machte er “den nächsten Schritt”.
In der Saison 2013/2014 gewann er daraufhin mit dem FC Bayern München…*Trommelwirbel*…die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal.

Trotzdem hat Mario Götze es natürlich geschafft, “den nächsten Schritt zu machen”, denn nun wird seine herausragende Leistung endlich auch belohnt:

Samsung Mario Götze Aktion

 

PS: Kommt der Mario nicht total sympathisch rüber?

 

Quellen:
transfermarkt.de
samsung.de

FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2014: Noch nicht einmal begonnen und ich hab schon die Schnauze voll

Wenn es für mich – neben anderen, wichtigeren Gründen – einen zusätzlichen Grund bräuchte, die diesjährige WM zu boykottieren, dann wäre es sicher die Werbeflut.

Vor ein paar Wochen ging es mit einzelnen Spots los, mittlerweile ist es unerträglich. Es dauert noch knapp einen Monat, bis das Turnier überhaupt beginnt, aber schon jetzt meint jede Firma, sie müsse den Fernsehzuschauer jeden Tag mit WM-Werbespots bombardieren.
Egal, wie gering der Bezug zum Thema Fußball auch ist, einen WM-Spot kann man trotzdem machen. Autos, Lebensmittel, Drogerieprodukte, Technik: Plötzlich hat alles irgendwie mit Fußball zu tun. Ekelhaft.
Es ist sicher nur meine ganz eigene, selektive Wahrnehmung, aber mir kommt es so vor, als sei es noch nie so extrem gewesen wie in diesem Jahr.

Und ich verstehe ja auch, was dahinter steckt. Werbung versucht, Emotionen mit Produkten zu verbinden. Gerade in Deutschland eignet sich Fußball hervorragend als Emotionsträger.

Ich finde es aber scheiße, dass uns der Fußball nicht mehr gehört. Er gehört nun Konzernen, die ihn einzig und allein dazu benutzen, Profit zu machen. Diese Konzerne lieben den Fußball nicht. Sie benutzen ihn nur, weil sie damit die meiste Kohle machen können. Wäre bei uns Basketball der mit Abstand beliebteste Sport, würden all die Konzerne, die jetzt den Fußball so feiern, statt mit Fußball eben mit Basketball werben.

Wo wir schon dabei sind: Konzerne nehmen uns auch unsere Emotionen weg. Als Beispiel hier der Werbespot von Suzuki für den SX4 S-CROSS:

Was bitte schön hat ein Auto, wie toll es auch sein mag, mit dem Song “Without You” von Mariah Carey zu tun?*
“Can’t live without you”, bezogen auf ein Auto, ist so unsinnig – besser noch nicht-sinnig, weil aktiv gegen den eigentlichen Sinn –, dass es schon weh tut.
Der Werbespot ist nur stellvertretend, denn die Kritik gilt im Prinzip für jede Werbung. Autos, ohne die man nicht leben kann. Freunde, die nur dann Freunde bleiben, wenn man jedes Jahr ein neues Smartphone hat. Smartphones als Voraussetzung dafür, kreativ zu sein und sich auszudrücken.

Ich will 2 Dinge.
Ich will, dass Konzerne uns unsere Emotionen lassen und sie nicht verwässern und in ihrem Sinne uminterpretieren. Ich hasse Gehirnwäsche!
Weil ich weiß, dass die Konzerne ihr Verhalten nicht von sich aus ändern, will ich, dass wir uns unsere Emotionen zurückerobern.
Wir dürfen uns nicht von Konzernen anerziehen lassen, was wir zum Leben brauchen, was uns glücklich macht, was wir lieben.
Eine bestimmte Biermarke macht eine Party nicht zu einer großartigen Party. Es sind die Menschen, denen wir auf der Party begegnen, mit denen wir Zeit verbringen, die diese eine Party zur besten Party aller Zeiten machen.
Ein bestimmtes Auto macht die Autofahrt nicht zu etwas Besonderem. Es sind die Menschen, die uns begleiten oder zu denen wir hinfahren, die diese eine Autofahrt zur Schönsten machen, die wir jemals erlebt haben.
Es ist nicht das Notebook, das Tablet oder das Smartphone, dass unsere Gedanken, Bilder, Lieder niederschreibt. All diese lebensnotwendigen Devices schaffen keine Kunstwerke. Das sind immer noch wir, die Menschen.

Macht euch das an jedem einzelnen Tag klar. Dann ist schon viel gewonnen.

 

* im Werbespot ist der Sänger offenbar nicht Mariah Carey, sondern Rob Warner (laut der Kommentare unter dem Video); Original: Von der Band Badfinger, geschrieben von Peter Ham und Thomas Evans (Quelle: Wikipedia: Badfinger – Without You)

 

Quelle:
Werbespot von Suzuki für den SX4 S-CROSS: http://youtu.be/VEkNSDeO4Vk

USA klagen chinesische Cyber-Spione an

Manchmal – in letzter Zeit sogar immer häufiger – genügt nicht einmal mehr das Wort ‘absurd’, um reale Vorgänge zu beschreiben.
Gestern las ich diesen Artikel auf tagessschau.de: USA nehmen Chinas Hacker ins Visier

Es geht darum, dass 5 Mitglieder der chinesischen Volksbefreiungsarmee vom US-Justizministerium angeklagt werden, weil sie amerikanische Firmen ausspioniert haben sollen, indem sie deren Computer hackten.

Ist das nicht witzig? Die USA – als größter Spion dieses Planeten! – verteilen Klagen, wenn andere Nationen auch ein bisschen neugierig sind.
Geht es noch janusköpfiger, heuchlerischer, hinterfotziger? Nein, geht es nicht.

Kleiner Hinweis von mir an unsere deutsche Regierung:
SO hat sich eine Regierung zu verhalten, wenn die eigenen Unternehmen und Bürger ausspioniert werden!
Stattdessen reisen unsere Politiker zu Obama, lecken genüsslich und klatschend jedes noch so stinkende Exkrement auf, dass dieser absondert und lassen sich danach von ihm in den Arsch…
“Oh, Herr Barack, bitte noch ein wenig fester, ich blute noch gar nicht.”

Aber was will man auch anderes von diesen Marionetten erwarten.
Die Medien feierns am Ende ja auch noch:
“Deutsch-Amerikanisches Verhältnis wieder blendend – So hart hat er noch niemanden rangenommen.”