Selektive Wahrnehmung und die Ukraine

Die Menschen auf dem Euro-Maidan nannte man Regierungsgegner und Demonstranten.
Die Menschen in der Ostukraine nennt man pro-russische Separatisten.

Gegen diese pro-russischen Separatisten ist ein Anti-Terror-Einsatz natürlich mehr als gerechtfertigt.
Oder habe ich die mahnenden Worte der westlichen Politiker nur nicht gehört? Wo sind Merkels und Steinmeiers Warnungen an die ukrainische Übergangsregierung, auf keinen Fall Panzer gegen das eigene Volk einzusetzen?
Oh, ich Dummerchen. In der Ostukraine gibt es ja gar kein ukrainisches Volk mehr, sondern nur noch Russen, die sich als Ukrainer verkleiden, um die Ukraine zu destabilisieren.
Hmm…Panzer…Panzer…Habe ich da gestern nicht was mit Panzern gehört? Ach ja, das war unser Vizekanzler Gabriel, der sagte, Russland sei “offenbar bereit, Panzer über europäische Grenzen rollen zu lassen”. Über Russlands Panzer wird fröhlich spekuliert, ukrainische Panzer werden gepflegt ignoriert.

Dass Russland in der Ostukraine aktiv mitmischt, gilt unter westlichen Politikern und in der freien, westlichen Presse schon jetzt als erwiesen.
Man stelle sich vor, der Chef des russischen Auslandsnachrichtendienstes hätte am vergangenen Wochenende Donezk oder Slowjansk besucht.
Wie hätten da wohl die Schlagzeilen ausgesehen? Und was hätte Obama dazu gesagt?
Das ist nicht passiert und man muss wohl sagen: Gut so.
Stattdessen ist aber etwas anderes passiert: CIA-Direktor John Brennan besuchte am vergangenen Wochenende Kiew.
Reine Routine, ist ja klar. Bevor Brennan Direktor der CIA wurde, war er “Stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater für Innere Sicherheit und Anti-Terrorismus und Assistent des Präsidenten”.
Ok, wir haben also einen amerikanischen Ex-Anti-Terror-Berater in Kiew. Wenige Tage später startet die Übergangsregierung in Kiew einen Anti-Terror-Einsatz gegen pro-russische Separatisten. Zufall? Sicherlich.

Ein weiterer Zufall: Der Anti-Terror-Einsatz führt die ukrainische Nationalgarde nahe an die Grenze zu Russland. Wie wir wissen, zieht Russland in diesem Bereich täglich mehr Soldaten zusammen. Mittlerweile sind es, wie amerikanische Satellitenbilder beweisen, schon 100 Millionen russische Soldaten, die zähnefletschend und geifernd darauf warten, endlich ukrainische Frauen vergewaltigen und deren Kinder verspeisen zu dürfen.
Es würde mich nicht wundern, bald von “russisch provozierten Grenzscharmützeln” zu lesen.

Meine Hoffnungen auf ein richtiges Spektakel 100 Jahre nach Beginn des ersten Weltkriegs steigen stetig.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s