— BREAKING NEWS – Syrien existiert noch – BREAKING NEWS —

Soeben habe ich es erfahren: Syrien existiert noch. Und ja, dort herrscht immer noch Krieg.
Das wurde kurz in einer Sondersendung zu Michael Schumachers Unfall erwähnt…

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Freudig und begierig gingen sie zur Schlachtbank!

2013. Zweitausenddreizehn.
Zukünftige Generationen werden abfällig auf unsere Generation und dieses Jahr hinabschauen und sich fassungslos fragen: Warum?
Warum habt ihr das gemacht?
Warum habt ihr das mit euch machen lassen?
Warum habt ihr nichts dagegen getan?
Warum…ja warum…habt ihr nicht einmal etwas dagegen gesagt?

Diese zukünftigen Generationen werden in einer real gewordenen Dystopie leben.
Ihre Regierenden werden permanent wissen, wo jeder einzelne Bürger sich aufhält, was jeder Einzelne denkt, was jeder Einzelne kauft.
Mehr noch: Wo jeder Einzelne wann sein wird, was jeder Einzelne denken wird, was jeder Einzelne kaufen wird und ob er sich das überhaupt leisten kann.
Am wichtigsten aber wird sein: ihre Regierenden werden vollends gelernt haben, dieses Wissen zu nutzen.

Wir sind der Übergang.
Wir hätten die Möglichkeit, die Zukunft zu verändern, vielleicht sogar die Zukunft abzuwenden.
Aber machen wir uns nichts vor: Wir werden diese Möglichkeit in den Wind schießen.
Der Zorn, den zukünftige Generationen auf uns verspüren werden, wird absolut gerechtfertigt sein.
Sie werden Dinge sagen wie:
”Ja, Smartphones waren eine gute Idee, aber warum musstet ihr damit permanent online sein? Und wozu brauchten sie GPS-Empfänger?”
”Ja, Social Networks haben eine gewisse Berechtigung, aber warum musstet ihr dort veröffentlichen, was ihr zu einer bestimmten Zeit wo tut?”
”Ja, es ist gut, dass sich die Regierung darum kümmert, dass terroristische Bedrohungen minimiert werden, aber was zur Hölle hat unser Privatleben damit zu tun?”

Zukünftige Generationen werden sich fragen, warum Edward Snowden in keinem der westlichen, “freiheitlich-demokratischen” Länder Asyl bekommen hat und warum wir das zugelassen haben.
Warum wir zugelassen haben, dass Bradley Manning verurteilt wurde.
Warum wir zugelassen haben, dass Julian Assange in Ecuador Zuflucht suchen musste.
Warum wir zugelassen haben, dass der Guardian Festplatten mit Material von Edward Snowden zerstören musste.
Warum wir zugelassen haben, dass Alan Rusbridger vor dem britischen Parlament die Veröffentlichungen des Guardian rechtfertigen musste.

Man wird sich in Zukunft fragen, warum, um alles in der Welt, sich freie Bürger behandeln ließen wie Untertanen.
Wofür Könige und Kaiser abgeschafft, Päpste aus weltlichen Belangen verbannt wurden. Warum so viele Menschen jahrhundertelang dafür gekämpft haben, die Macht einzelnen Herrschern zu entreißen, um sie im Volk zu vereinen.

Nur, um dann von unserer hirnlosen Generation dem Komfort und dem Konsum geopfert zu werden.
Spyware installieren und dauerhaft online sein, um das neueste Computerspiel zocken zu dürfen? Kein Problem.
Stundenlang in der Schlange stehen, um das neueste Spyphone kaufen zu dürfen? Na klar, während ich warte, poste ich noch coole Bilder von diesem Event. Liebe NSA, kann ich mir das neue Modell auch wirklich leisten? Schickt mir die Bestätigung doch bitte per Whatsapp.
Internetfilter, um Kinderpornografie und Terrorismus zu bekämpfen? Also bitte, welcher normale Mensch könnte dagegen sein?
Klarnamenzwang, damit auffällige Meinungen unzweifelhaft zugeordnet werden können? Hey, wieso nicht? Ich hab schließlich keine auffällige Meinung!
Permanente, totale Überwachung aller Aspekte all unserer Leben? Tss…wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten.

Klar wäre es besser, wenn das alles irgendwie anders laufen würde.
Aber was können wir schon tun? Wir sind schließlich nur Untertanen.
Klar wäre es besser, wenn das alles irgendwie anders laufen würde.
Aber dafür auf das neue Battlefield verzichten? Auf das neue Spyphone? Auf Facebook und Whatsapp? Darauf, der Welt permanent mitteilen zu können, wie geil! ich bin?
Außerdem ist es doch gut, wenn ich weiß, wann meine Freunde meine Nachrichten gelesen haben. Was soll daran verkehrt sein?

Ich möchte mit diesem Text unserer Gesellschaft, unserer Generation keinen Spiegel vorhalten. Dafür ist selbst meine Zeit zu wertvoll.
Ich möchte nur unmissverständlich klarstellen und festhalten, dass wir die Chance hatten, George Orwell zu widerlegen und dass wir diese Chance nicht nur nicht genutzt haben, sondern sie sehenden Auges und mit Freude in den Wind geschossen haben.
Das ist allein und unzweifelhaft unsere Schuld.
Nach dem 2. Weltkrieg hieß es in Deutschland: “Was, unsere Nachbarn wurden entführt, gefoltert und systematisch vernichtet? Davon haben wir NICHTS gewusst, ja nicht einmal etwas geahnt!”
Bei uns wird es heißen: “Was, die Informationen, die wir preisgegeben haben, wurden letztlich gegen uns verwendet?” Davon haben wir NICHTS gewusst, ja nicht einmal etwas geahnt!”
Und wie nach dem 2. Weltkrieg werden unsere Nachfahren wissen: “Ihr habt nur dann nichts davon gewusst, wenn ihr nichts davon wissen wolltet.”

Ich entschuldige mich zutiefst für mein eigenes Verhalten und das meiner Generation. Ich weiß, wir hätten mehr…Entschuldigung…
Ich weiß, wir hätten etwas tun müssen.

youtube und google+: Rebellieren in 2013

Ich weiß nicht, ob das groß jemand mitbekommen hat, aber vor kurzem hat google bei youtube ein paar Änderungen eingeführt. So konnte man zum Beispiel keine Kommentare mehr posten, wenn man nicht auch ein mit seinem youtube-Konto verknüpftes google+-Konto hatte.

Das war natürlich ein billiger Move von google, um die Nutzerzahlen von google+ zu steigern. Das Ganze hat der youtube-Gemeinde eher nicht so gefallen.
Und wie haben die youtube-Nutzer ihrem Groll Ausdruck verschafft?
So zum Beispiel:

google

Oder so:

google 2

Bei der Suche nach “google plus youtube” auf youtube bekommt man über 30 Millionen Ergebnisse. Die ersten beiden Seiten stehen hier stellvertretend für diese Ergebnisse.
Um es auf den Punkt zu bringen: Die youtube-Nutzer benutzten youtube, um gegen youtube zu protestieren.
Es wird aber noch besser. Folgende Kommentare fand man häufiger auf youtube:

░░░░░███████ ]▄▄▄▄▄▄▄▄          Bob is building an army.
▂▄▅█████████▅▄▃▂                 ☻/   This tank & Bob are against Google+
Il███████████████████].   /▌    Copy and Paste this all over
◥⊙▲⊙▲⊙▲⊙▲⊙▲⊙▲⊙◤..      / \     Youtube if you are with us

░░░░░░███████ ]▄▄▄▄▄▄▄▄          Bob bildet eine Armee.
▂▄▅█████████▅▄▃▂                ☻/   Dieser Panzer & Bob sind gegen Google+
Il███████████████████].  /▌    Kopier und verteile ihn in ganz  ◥⊙▲⊙▲⊙▲⊙▲⊙▲⊙▲⊙◤..      / \     Youtube wenn du auf unserer Seite bist

☻/       ▄▄▄▄   Das ist Bernd mit seinem Anti Tank Geschütz
/▌         //         Antworte mit ihm auf Bob um den Spam zu bekämpfen
/ \        / \         denn nur Bernd bringt die Demokratie !

░░░░░░███████ ]▄▄▄▄▄▄▄▄          Tripper is building an army.
▂▄▅█████████▅▄▃▂               ☻/   This tank & Tripper are against Google+
Il███████████████████].  /▌    Copy and Paste this all over
◥⊙▲⊙▲⊙▲⊙▲⊙▲⊙▲⊙◤..      / \

Dazu Folgendes:
1. Um diese Kommentare zu posten, mussten die Nutzer sich bei youtube (=google) anmelden und ihr youtube-Konto mit google+ verknüpfen. Dadurch stieg dann die Nutzerzahl von youtube und die von google+. Wer diese Prozedur mal mitgemacht hat, weiß außerdem, dass das extrem nervig ist. Waren die Nutzer zuvor schon bei youtube, mussten sie zumindest auch die Verknüpfung mit google+ aktiv betreiben.

2. Solidarität ist in der heutigen Zeit ein Fremdwort. Der erste Nutzer postet seinen Protest auf Englisch, der 2. auf deutsch, der Dritte ist einfach genervt von diesen vielen Bildchen und der vierte Kommentator will einfach nur seinen Spaß. Leute, so wird das nichts.

Und so also sieht Rebellion im Jahr 2013 aus.
Wirklich auf etwas verzichten, um seine Ziele zu erreichen? Come on!
Die Nutzer haben googles Bestreben, die Nutzerzahlen von google+ zu erhöhen, aktiv unterstützt, um dagegen zu protestieren.

Wenn man so darüber nachdenkt, dann wundert einen eigentlich überhaupt nichts mehr.
Auf eine gute Zukunft! #nogoogleplusonyoutube
Zwinkerndes Smiley

Klaus Wowereit ENDLICH wieder Aufsichtsratsvorsitzender des BER!

Heute hat endlich einmal wieder die Vernunft gesiegt, also “Hoch die Tassen!”
Klaus Wowereit wurde nämlich erneut zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg gewählt.

Und das, wie ich betonen möchte, absolut zu Recht, denn bisher verlief der erste Flughafenbau in der Geschichte Deutschlands absolut vorbildlich und nahezu ohne Störungen. Daher hat es mich auch so gewundert, dass Wowereit zu Beginn des Jahres den Vorsitz abgab. Nun ist zum Glück alles wieder beim Alten.

Gut, die Kosten sind mittlerweile ein wenig höher, als ursprünglich angenommen. Statt 1,7 Milliarden im Jahr 2004 sind es nun über 5 Milliarden (ein Plus von ungefähr 200% !). Genauere Angaben als wahrscheinlich über 5 Milliarden gibt es übrigens nicht.
Die “heute show” des ZDF hat vor kurzem einen passenden Vergleich gezogen: Die monatlichen Mehrkosten aufgrund der Verzögerungen betragen 1 Limburger Bistum.

Wowereit und die Personen, die ihn erneut zum Vorsitzenden gewählt haben, zeigen in aller Deutlichkeit, was Politiker im Deutschland des Jahres 2013 auszeichnet: Dreistigkeit und Verantwortungslosigkeit, gepaart mit einer Abgewichstheit, die ihresgleichen sucht. Ich habe gehört, dass so mancher Diktator sich eine “deutsche Atmosphäre” für sein Land wünscht…

Ich möchte diesen Beitrag mit einem Zitat aus dem Kommentarbereich der Süddeutschen Zeitung beschließen:

“der Wahnsinn wird unsichtbar, wenn er genügend große Ausmaße angenommen hat.
Deutschland 2013”
Nutzer: Extertal1

 

Quellen:
Rundfunk Berlin-Brandenburg, rbb: Wowereit erneut zum BER-Aufsichtsratschef gewählt

Süddeutsche Zeitung: Wowereit wieder Chefkontrolleur des Hauptstadtflughafens

Wikipedia: BER – Finanzierung und Verzögerungen

Witzige Passagen im Koalitionsvertrag – Teil 1: Konsequenzen aus der NSA-Affäre

“Wir drängen auf weitere Aufklärung, wie und in welchem Umfang ausländische Nachrichtendienste die Bürgerinnen und Bürger und die deutsche Regierung ausspähen. Um Vertrauen wieder herzustellen, werden wir ein rechtlich verbindliches Abkommen zum Schutz vor Spionage verhandeln. Damit sollen die Bürgerinnen und Bürger, die Regierung und die Wirtschaft vor schrankenloser Ausspähung geschützt werden. Wir stärken die Spionageabwehr. Unsere Kommunikation und Kommunikationsinfrastruktur muss sicherer werden. Dafür verpflichten wir die europäischen Telekommunikationsanbieter, ihre Kommunikationsverbindungen mindestens in der EU zu verschlüsseln und stellen sicher, dass europäische Telekommunikationsanbieter ihre Daten nicht an ausländische Nachrichtendienste weiterleiten dürfen.

Die Koalition tritt für die europaweite Einführung einer Meldepflicht für Unternehmen an die EU ein, die Daten ihrer Kundinnen und Kunden ohne deren Einwilligung an Behörden in Drittstaaten übermitteln. Wir werden zudem in der EU auf Nachverhandlungen der Safe-Harbor und Swift-Abkommen drängen.”

Leider handelt es sich bei diesen Abschnitten nicht etwa um die Einleitung, sondern um den gesamten Text zum Thema.
Das Witzigste daran ist, dass selbst dieser winzige Text beweist, wie wenig Ernst unsere Regierenden die Spähaffäre nehmen.
Wobei das noch die freundlichste und zugleich naivste Möglichkeit ist, es auszudrücken.

“Wir drängen auf weitere Aufklärung, wie und in welchem Umfang ausländische Nachrichtendienste die Bürgerinnen und Bürger und die deutsche Regierung ausspähen.”
Ah ja, es wird auf Aufklärung gedrängt…uhuhuh. Die Amerikaner zittern schon. Vor allem: Wie genau soll dieses “Drängen” aussehen? Mal in einem anderen Anzug nachfragen? Vielleicht dieses Mal mit ernster oder gar erhobener Stimme?
Es gibt da einen Menschen, der tausende von Originaldokumenten und Insiderwissen zur Verfügung stellen könnte, allerdings müsste man ihn anhören…

“Um Vertrauen wieder herzustellen, werden wir ein rechtlich verbindliches Abkommen zum Schutz vor Spionage verhandeln. Damit sollen die Bürgerinnen und Bürger, die Regierung und die Wirtschaft vor schrankenloser Ausspähung geschützt werden.”
So so, ein “rechtlich verbindliches” Abkommen zum Schutz vor Spionage also. Von welchem Recht wird hier gesprochen? Deutschem Recht? EU-Recht? Internationalem Recht?
Wichtig ist die Formulierung “vor schrankenloser Ausspähung”. Gegen Ausspähung an sich ist also nichts einzuwenden, aber bei der Frage, wer genau (Bloß nicht die politische Elite!), wie und von wem (Wir wollen dabei sein!) ausspioniert wird, wollen wir doch bitte (BITTE!) mitreden dürfen…bitte.

“Wir stärken die Spionageabwehr.”
Sehr gut! Applaus! Solch ein Satz kommt immer gut.
Ähm…T’schuldigung, dass ich nachfrage, aber wie genau stärkt ihr die Spionageabwehr?
Oder anders gefragt: Bedeutet das, dass ihr jetzt eine Spionageabwehr aufbaut? Verstärken klingt so, als hätte Deutschland schon eine funktionierende Spionageabwehr…

“Unsere Kommunikation und Kommunikationsinfrastruktur muss sicherer werden.”
Liest sich wie ein Mantra, ist ein Mantra. Einfach immer wieder laut aufsagen den Satz, dann wird das schon. Stromberg würde sagen: “Läuft.”
Ok, fairerweise muss ich zugeben, dass tatsächlich noch eine konkrete Maßnahme auf das Mantra folgt:

”Dafür verpflichten wir die europäischen Telekommunikationsanbieter, ihre Kommunikationsverbindungen mindestens in der EU zu verschlüsseln und stellen sicher, dass europäische Telekommunikationsanbieter ihre Daten nicht an ausländische Nachrichtendienste weiterleiten dürfen.”
Ich bin ehrlich und gebe zu: Ich weiß gar nicht, ob Deutschland quasi im Alleingang die europäischen Telekommunikationsanbieter dazu verpflichten kann.
Selbst wenn Deutschland das so bestimmen kann, dann ist das dennoch eine Maßnahme, die am eigentlichen Problem vorbeigeht. Denn es ist ja nicht so, dass USA und Großbritannien lieb gefragt hätten, bevor sie unsere Facebook-Accounts, unsere Emails, unsere Bankdaten, unsere Skype-Chats ausspioniert haben. Sie haben es einfach gemacht. Wenn USA und Großbritannien überhaupt irgendwelche Unternehmen gefragt haben, dann war die Frage sicher ungefähr so formuliert: “Würdet ihr uns bitte alle Daten geben, die ihr habt? Denn wenn nicht, wären wir gezwungen, euch als Verräter und Terroristen anzuklagen? Das? Ach, das ist nur eine Drohne. Vielen Dank für die Kooperation.”

“Die Koalition tritt für die europaweite Einführung einer Meldepflicht für Unternehmen an die EU ein, die Daten ihrer Kundinnen und Kunden ohne deren Einwilligung an Behörden in Drittstaaten übermitteln. Wir werden zudem in der EU auf Nachverhandlungen der Safe-Harbor und Swift-Abkommen drängen.”
Joa, “Safe-Harbor” und “Swift-Abkommen” wären für sich genommen schon gute Themen für ein Blog, also einfach mal informieren.
Entscheidend sind auch hier wieder die Formulierungen: “Die Koalition […] tritt ein.” und “Wir werden […] drängen.”
Mit anderen Worten: “Wir versuchen, irgendetwas zu machen, um das Wahlvolk zu beruhigen.”
Mit meinen Worten: “LECKT UNS DOCH AM ARSCH!”

Und so kann man folglich den ganzen Text zusammenfassen:
“Bürger, wir wissen, dass euch das Thema am Arsch vorbei geht und ihr kein Problem damit habt, gläsern zu sein. Daher werden auch wir uns nicht groß mit der Sache auseinandersetzen. Wir schreiben ein paar Sachen in den Koalitionsvertrag und gut ist. Wenn überhaupt, dann versuchen wir, in Zukunft auch selbst ein wenig Einblick in die ohnehin gesammelten Daten zu bekommen.”

Das dieser Datenschutzskandal, zu dem es in der Geschichte keinen Vergleich gibt, nur zwei magere Absätze bzw. eine Halbseite im 185-Seiten starken Koalitionsvertrag einnimmt, ist nur die große, die offensichtliche Pointe.
Diese Absätze enthalten nicht eine einzige konkrete Maßnahme, die garantiert, dass die Daten von deutschen Bürgern und Unternehmen in Zukunft sicher oder zumindest sicherer sind.
Davon abgesehen darf sogar die Aufklärung der jüngeren Spionagevergangenheit bezweifelt werden. Dazu bedürfte es zumindest eines Untersuchungsausschusses mit den richtigen Zeugen und den richtigen Fragen.
Man darf gespannt sein, wenn in einem solchen Untersuchungsausschuss Ronald Pofalla sich selbst kritischste Fragen stellt:
”Herr Pofalla – übrigens, sehr seriös sehen Sie heute aus –, ist es wahr, dass Sie im Spätsommer 2013 die Spionageaffäre in einer Einzelleistung und in überragender Manier aufgeklärt haben?”
”Allerdings, Herr Pofalla. Der erfahrenste Kellner hätte den Tisch nicht besser abräumen können, hehe.”
”Waren Sie erstaunt darüber, wie leicht Sie die Spionageaffäre beenden konnten?”
”Erstaunt? Nicht im Geringsten. Die SPD hat damals kaum Alarm geschlagen, immerhin kannten sie die Wahlprognosen und wollten sich natürlich in eine gute Position für Koalitionsverhandlungen bringen. Die Genossen waren da sehr solidarisch. Außerdem waren namhafte SPD-Leute wie Schröder oder Steinmeier…involviert.”
”Aber was war mit dem Stimmvi…den Bürgern?”
”Sprechen Sie ruhig offen. Das Stimmvieh scherte sich einen Dreck darum, was mit seinen Bürgerrechten passierte. Als es drohte, schlimm zu werden, haben wir einfach Mutti in die Kameras grinsen lassen, so wie wir es immer machten. Zusätzlich haben wir den Friedrich nach Amerika geschickt. Da konnten dann alle sehen, wie er amerikanischen Politikern die Hände schüttelt und damit war die Sache dann erledigt…obwohl, nicht ganz erledigt. Ich hab dann noch ein paar Seiten mit schwarzen Balken und NSA-Logo ausgedruckt, damit alles schön offiziell war. Und damit war es dann erledigt.”
”Vielen Dank, Herr Pofalla, entschuldigen Sie bitte, dass wir so viel ihrer kostbaren Zeit in Anspruch genommen haben und vielen Dank für die erhellenden Einsichten in die Spionageaffäre, die letztlich keine war.”
”Sehr gern. Ich bin immer froh, dem Volk dienen zu können.”

 

 

Quelle: Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD – 18. Legislaturperiode, Seite 149

Ich riech Korruption!*

Gestern hat Transparency International den Korruptionswahrnehmungsindex für das Jahr 2013 veröffentlicht.

Diesem Index nach ist Griechenland das korrupteste EU-Land (Platz 80). Italien findet sich auf Platz 69 (Bunga, Bunga!…Entschuldigung) wieder, Spanien auf Platz 40 und Portugal auf Platz 33.
Wie der Zufall so will, sind das alles Staaten, die aufgrund der Eurokrise dazu verdammt wurden, harte Sparmaßnahmen durchzusetzen und damit ihre Völker an die Finanzmärkte und die sogenannte Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds zu verkaufen.

Ist das nicht witzig?
Zuerst verteilen zum Beispiel in Spanien Politiker Bauaufträge an Amigos und blasen damit die Immobilienblase auf. Später stellt sich heraus, dass diese Blase…nun ja…eine Blase ist, die schließlich platzt.

Und wer ist am Ende der Doofe? Na?
Fragen wir doch mal die Arbeitslosen in Spanien. Oder die Rentner in Griechenland.

Deutschland belegt 2013 übrigens Platz 12, was im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung von einem Platz bedeutet.
Für die Verbesserung war maßgeblich, dass sich die Regierung in ihrer Politik nicht durch große Parteispenden beeinflussen lässt…

 

* ein Tribut an den Dichter und Denker Favorite, eine Stelle aus F.A.V. 2011