Socken-Skandal um Mario Götze! – Oder auch: Der Tag, an dem die Welt den Atem anhielt

Der vergangene Donnerstag hat die Welt verändert. Den Lauf der Geschichte maßgeblich beeinflusst. Kommende Generationen werden diesen Donnerstag in einem Atemzug nennen mit der Kreuzigung Jesu, dem Thesenanschlag Martin Luthers oder auch 9/11.

Jeder, wirklich Jeder, der diesen Tag erlebt hat, wird bis an sein Lebensende nicht vergessen, wo er gerade war und was er gerade gemacht hat, als ES sich ereignete:

Mario Götze stieg mit den falschen Socken aus dem Bus der deutschen Fußballnationalmannschaft!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Puh…Ah…Oh…
Entschuldigung, alleine bei dem Gedanken daran stockt mir der Atem!
Ich meine, das muss man sich mal klar machen:

Mario Götze stieg mit den falschen Socken aus dem Bus der deutschen Fußballnationalmannschaft!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich werde von nun an so viele Kinder zeugen, wie nur möglich. Und zwar nur, um möglichst vielen Menschen (ungestraft) davon erzählen zu können.

Also gut. Ich versuche mich, so schwer es mir fällt, an einer nüchternen Darstellung.
Die deutsche Fußballnationalmannschaft wird von Adidas gesponsert.
Mario Götze wird von Nike gesponsert.
Bei einer Veranstaltung der Nationalmannschaft (Adidas) trug Mario Götze (Nike) Socken der Firma Nike.
Mit Veranstaltung ist in diesem Fall gemeint: das Aussteigen aus einem Bus

Mir zittern die Hände, selbst jetzt noch – einen Tag danach

Hier ein paar Reaktionen auf das Ereignis (inklusive Hervorhebungen von mir):

„Solche Aktionen sollten ausgeschlossen sein“, sagte Oliver Bierhoff der „Bild“.
„Es gibt lediglich freie Schuhwahl bei uns. Ansonsten sehen wir uns unseren Partnern gegenüber natürlich verpflichtet. Zwar haben wir keine Arbeitsverträge mit den Spielern, aber wir weisen sie deutlich auf Vorgaben hin, machen ihnen die Bedeutung klar, zeigen den Gemeinschaftsgedanken auf. Schließlich engagieren sich die Sponsoren in hohem Maße, nicht nur wirtschaftlich.“

„Adidas“-Sprecher Oliver Brüggen sagte unterdessen: „Der DFB hat das Thema intern sofort in aller Deutlichkeit angesprochen. Wir vertrauen unserem Partner und gehen davon aus, dass so etwas in Zukunft nicht mehr vorkommt.“

Götze selbst erklärte nach einem Vier-Augen-Gespräch mit Bierhoff: „Dies sind Kompressionsstrümpfe, die ich wegen meiner Verletzung seit längerer Zeit trage. Ich habe mir daher keine Gedanken gemacht.“
Der 21-Jährige fügte an: „Ich wollte weder provozieren, noch für jemanden Werbung machen. Eins kann ich versprechen, so etwas wird mir ganz sicher nicht mehr passieren.“

Nun meine Gedanken zu diesem Skandal:
1. Was (!) achtet darauf, mit was für Socken die Nationalspieler aus dem Bus steigen? Das kann ja keine menschliche Lebensform sein (Würde?)!

2. Mario Götze ist ein reines Kind des Kapitalismus. Er ist, wie alle in meiner Generation, dazu erzogen worden, bar jeder Moral das Maximum für sich selbst herauszuholen, inklusive jeder Menge Vorbilder.
Es gibt daher 2 Möglichkeiten, sein Verhalten zu erklären:
a) Er hat bewusst diese Socken angezogen, um sein persönliches Wohl zu steigern, indem er seinen persönlichen Sponsoren glücklich macht. Das dürfte ihm im neoliberalen Deutschland des Jahres 2013 niemand übel nehmen.
b) Er hat unbewusst diese Socken angezogen, weil die neoliberale Erziehung sich ihren Weg gebahnt hat. Auch das dürfte man ihm dann nicht übel nehmen, weil sich in dieser Aktion nur das anerzogene Verhalten ausgedrückt hat.

3. Adidas-Sprecher Oliver Brüggen fand deutliche Worte zu Götzes Vergehen.
Was wäre es schön gewesen, hätte er nur annähernd deutliche Worte zur Steuerhinterziehung von Uli Hoeneß gefunden.

Um den letzten Punkt zu verdeutlichen:
Wenn ein Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft mit den falschen Socken aus dem Bus steigt, ist das so schlimm, dass der Direktor PR Area Central adidas AG eine deutliche Äußerung von sich geben muss.
Wenn einer der angesehensten und einflussreichsten Manager Deutschlands, dessen Unternehmen von Adidas gesponsert wird (FC Bayern München), Steuern hinterzieht und also eine Straftat begeht, dann hat eben dieser Direktor PR Area Central adidas AG absolut NICHTS zu sagen.
Sein Chef Herbert Hainer dagegen weiß:
„Die Medien und die Öffentlichkeit sollten nicht den Fehler machen, Uli Hoeneß vorzuverurteilen. Ich zumindest tue es nicht.“ Hoeneß wisse selbst am besten, dass er „einen Riesenfehler gemacht“ habe.

Merke: Die falschen Socken anzuziehen ist schlimmer, als ein Verbrecher zu sein!
Amen.


Quellen:

Neuer Ausrüster-Zoff um Götze, Sport1.de
Adidas-Chef zum Fall Hoeneß: „Wir sind da absolut sauber“, Spiegel Online

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