Massenmedien = Bullshit – Teil 2: Was bringt uns soziale Gerechtigkeit?

Gleich vorweg: Die Frage stelle nicht ich, sondern Maybrit Illner stellte sie in ihrer Spezialsendung illner intensiv zur Bundestagswahl 2013 am vergangenen Freitag.
Der vollständige Titel der Sendung lautete: “Höhere Steuern, höhere Löhne – was bringt uns soziale Gerechtigkeit?”

Es ist natürlich richtig, diese Frage zu stellen, denn bislang haben Deutschland und seine Bürger mit sozialer Gerechtigkeit so überhaupt keine Erfahrung. Da muss man sich im Vorfeld schon mal genau informieren, bevor man dann auf einen Schlag das ganze Land sozial gerecht macht.

Viele Fragen tun sich da auf.
Was bringt es meinem Kind denn, wenn auf einmal auch die ganzen Unterschichtkinder das Abi machen? Dann sind die Klassen und später die Kurse an der Uni ja noch voller!
Was bringt es mir denn, wenn mein Arbeitskollege, der die gleiche Arbeit macht wie ich, aber über eine Zeitarbeitsfirma angestellt ist, dann genauso viel verdient wie ich? Dann kann ich ihm doch gar nicht mehr genüsslich meine Urlaubsfotos zeigen oder ihn fragen, welches neue Auto ich mir kaufen sollte!
Was bringt es mir als Topverdiener denn, wenn ich mit meinem Millionengehalt exorbitant hohe Steuern bezahle? Dann muss ich ja 2 Monate länger auf die neue Yacht sparen! Damit werde ich ja geradezu in die Illegalität gezwungen!

“Das ist jetzt aber sehr polemisch, Herr zynischerbastard!”, höre ich die Einwände.
Und ja, das stimmt. Aber wie weit ist es gekommen, wenn eine Politiksendung des Zweiten Deutschen Fernsehens, die selbstverständlich ernst genommen werden will, ein solches Thema wählt?
Als müsste man überzeugt werden, dass soziale Gerechtigkeit gut und erstrebenswert ist.
So traurig das im ersten Moment auch sein mag, ist aber genau das tatsächlich der Fall.
Es ist nämlich so, dass es zu vielen Menschen in Deutschland noch zu gut geht. Sie wissen daher gar nicht, was in weiten und größer werdenden Teilen der Bevölkerung abgeht. Sie wissen nicht, wie es ist, wenn man gerade so existieren kann. Und es interessiert sie nicht, weil es bei ihnen noch nicht so weit ist (“Mittelschicht”) oder nie so weit kommen wird (“Eliten”).
Es wird Zeit, über das eigene Leben, über die eigene Familie hinauszuschauen.
Und es wird vor allem Zeit, den eigenen Blick nicht mehr nur abfällig nach unten, sondern auch kritisch nach oben zu richten!

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