That’s business, Baby!

Neulich in den Nachrichten: Thyssen-Krupp traf Absprachen mit Konkurrenzunternehmen, um die Preise von Schienen und Weichen in die Höhe zu treiben. Nachzulesen z.B. hier oder auch gleich hier im Original.
Dafür muss Thyssen-Krupp nun 88 Millionen Euro Strafe zahlen, im letzten Jahr erging schon ein Bußgeldbescheid in Höhe von 103 Millionen Euro. Insgesamt also 191 Millionen Euro.

Allerdings, seien wir mal ehrlich, diese 191 Millionen sind ja Peanuts.
Thyssen-Krupp versuchte sich z.B. auch mit Unternehmungen in Brasilien und den USA. Wie sich – entgegen der Erwartungen all der Genies in Management und Aufsichtsrat – herausstellte, ein Unterfangen, welches Thyssen-Krupp Milliarden kostete. Wer das selbst nachvollziehen möchte, findet die entsprechenden Meldungen auf der Internetseite von Thyssen-Krupp.

Was das mit der aktuellen Bußgeldgeschichte zu tun hat?
Kleiner Tipp: Im Mai diesen Jahres veröffentlichte Thyssen-Krupp die Halbjahresergebnisse für das Geschäftsjahr 2012/2013. Die entscheidenden Informationen sind:

“Steel Americas: zeitnahes Signing angestrebt – Wertberichtigung in Höhe von 683 Mio €” und – direkt im Anschluss daran – “Einsparziel von 250 Mio € und Abbau von rund 3.000 Stellen in den Verwaltungsfunktionen”.

Was bin ich froh, dass es in der echten Welt nicht so kompliziert zugeht wie in Hollywood-Filmen. Stattdessen gibt es in der echten Welt zum Glück immer einfache Lösungen.
Ich stelle mir das ungefähr so vor.
Typ 1: ”Gentlemen, wir haben jetzt die neuen Zahlen aus Amerika.”
Typ 2: ”Sehr gut, die sind sicher überragend. War echt ne super Idee, einfach mal was in Übersee zu starten. Ich krieg heut noch nen Ständer, wenn ich daran denke, was für eine geile Idee wir da hatten.”
Typ 1: ”Ja, ne geile Idee war’s auf jeden Fall, aber irgendwie sind die Zahlen nicht so richtig gut. Ich hab keine Ahnung, warum, aber es sieht jetzt doch so aus, als hätten wir da Milliarden versenkt.”
Typ 2: “Hmm…naja…schade, aber die Idee an sich war gut. Ok, entlassen wir ein paar Leibei…Angestellte. Irgendwelche Verwaltungsfutzis.”
Typ 1: “Ja, das wird das Beste sein. Ach, es ist manchmal echt hart, so viel Verantwortung zu tragen.”
Typ 2: “Wem sagst du das! Und dann dieser ständige Druck.”

Ich will nicht verschweigen, dass auch im Vorstand Auswechslungen vorgenommen wurden. Wenn man aber bedenkt, dass Vorstände von DAX-Unternehmen im Schnitt 53 Mal mehr verdienen, als ihre Angestellten, dann relativiert sich das schnell. Das Durchschnittsgehalt eines DAX-Vorstandes beträgt damit 3,2 Millionen Euro im Jahr.

So, wie es aussieht, kommen in der Kartellangelegenheit neben den Bußgeldern auch noch Schadenersatzforderungen auf Thyssen-Krupp zu.
Ich bin mir daher sicher, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft von weiteren Stellenabbauen lesen werden. Und damit ist die Welt dann wieder in Ordnung 🙂

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Ein Gedanke zu “That’s business, Baby!

  1. Pingback: Das V in VW steht nicht für Verantwortung | zynischerbastard

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